Ein innovativer Beteiligungsprozess für das zukünftige Waldmanagement in Biesenthal

Den Kern des Verfahrens bildet der Bürger:innenrat, der aus 18 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen der Stadt Biesenthal besteht und im Laufe des Projektes dreimal zusammenkommt. Flankiert wird das Gremium von einem eng verknüpften Beratungsprozess mit Amt/Politik und Interessensgruppen wie z.B. Umweltschutz- oder Jagdverbände. Auf der Grundlage der so gemeinsam erarbeiteten Handlungsalternativen trifft die Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr 2022 die politische Entscheidung. Der gesamte Prozess wird wissenschaftlich begleitet.

Der Beteiligungsprozess mit seinen drei Hauptphasen

Drei Phasen kennzeichnen das Deliberationsverfahren:

Der Prozess ist vielversprechend

Dieser gemeinsame, wissenschafts- und werteinformierte Deliberationsprozess über Handlungsalternativen ist vielversprechend, insofern er

(1) Lernen über neue, relevante Aspekte von Handlungspfaden und über gänzlich neue Handlungsoptionen bei allen Beteiligten – einschließlich der Wissenschaft – bewirken kann;

(2) sowie relativ hohe Legitimität, Ownership und sogar politische Konvergenz selbst in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.

Dies kann zu nachhaltigeren und zugleich langfristig politisch tragfähigen, inhaltlich aus mehreren Perspektiven sinnvollen Waldnutzungskonzepten führen.

Das Projektkonsortium möchte dieses dann in Biesenthal demonstrierte und wohldokumentierte Verfahren systematisch als ein „Leuchtturmprojekt“ in andere Kommunen in Brandenburg und weiteren Bundesländern mit ähnlichen Waldkonflikten tragen. Auch die entwickelten inhaltlichen Ideen für Waldmanagement – hypothetische Beispiele: auf Natur-Tourismus ausgerichtete, auch wirtschaftlich attraktive Konzepte; ökologisch-wirtschaftlich-sozial hochintegrierte Waldweide-Konzepte; usw. – werden weitergegeben, soweit auf andere Kontexte übertragbar.

Expertise und vielfältige Perspektiven einbinden

Neben dem Bürger:innenrat werden fünfzehn lokale Interessensgruppen in den Beteiligungsprozess eingebunden - denn für die Zukunft des Stadtwaldes sind viele verschiedene Perspektiven und Interessen entscheidend. Die Perspektiven, das Wissen und die Ideen der verschiedenen Interessensgruppen, wie z.B. Jagd- oder Naturschutzverbände, sollen die Bürger:innen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen bei ihrer Entwicklung und Bewertung von Konzepten für den Stadtwald unterstützen. Diese Einbindung ermöglicht den Bürger:innen auch, einzuordnen, wie sich die Verwirklichung von bestimmten Handlungsoptionen auf unterschiedliche Gruppen auswirken kann.

Der Beteiligungsprozess wird begleitet von einem Steuerkreis, dem neben Projektverbund und Amtsverwaltung auch der ehrenamtliche Bürgermeister Carsten Bruch und – in Vertretung ihrer Fraktionen – die Stadtverordneten Lena Bonsiepen, Uwe Bruchmann, Detlef Klix, Andreas Krone, Jörg Volkmann und Hartmut Zerbe angehören.

Anfang September 2021 wurde eine Online-Umfrage für ganz Biesenthal zu ersten Gestaltungsideen für den Stadtwald durchgeführt. Die Umfrage können Sie hier herunterladen. Die Ergebnisse der Umfrage fließen als ergänzende Aspekte in die weiteren Beteiligungsrunden ein.

Lernen, Erkenntnisse sammeln und ein Leuchtturmprojekt schaffen

Ein interkommunaler Transfer des innovativen Verfahrens – als Leuchtturmprojekt für viele weitere Kommunen mit ähnlicher Situation (Körperschaftswälder machen z.B. in Brandenburg ca. 10 % der Waldfläche aus) – sowie ferner der zunächst für Biesenthal erarbeiteten Inhalte (soweit auf andere Kontexte übertragbar) ist das Kernziel zum Ende des Projekts. Zudem werden Hochschul-Lehrmaterialien sowie ein praxistauglicher kommunaler Leitfaden für die partizipative Entwicklung integrierter, nachhaltiger Waldnutzungskonzepte im Klimawandelkontext bereitgestellt.

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